Warum das Joomla-Update nicht immer mit einem Klick erledigt ist

Eine Joomla-4-Website auf Joomla 5 zu aktualisieren klingt zunächst einfach: Backup erstellen, Update starten, fertig.

In der Praxis sieht es häufig anders aus.

Joomla selbst bezeichnet den Wechsel von Joomla 4.4.x auf Joomla 5.x als Upgrade und nicht als klassische Migration. Trotzdem können ältere Erweiterungen, Templates, individuelle Programmierungen oder eine nicht geeignete Serverumgebung dafür sorgen, dass eine Website nach dem Update nicht mehr vollständig funktioniert.

Hinzu kommt: Joomla 4.4 wird inzwischen nicht mehr regulär unterstützt. Wer noch eine Joomla-4-Website betreibt, sollte die Aktualisierung deshalb nicht unbegrenzt aufschieben.

Die gute Nachricht: Mit einer sorgfältigen Vorbereitung lässt sich ein Joomla-4-Upgrade in den meisten Fällen sicher durchführen.


Joomla 4 einfach aktualisieren?

Der Joomla-Core ist meistens nicht das Problem

Der eigentliche Joomla-Core lässt sich vergleichsweise unkompliziert aktualisieren.

Die entscheidenden Fragen sind vielmehr:

  • Welche Joomla-Version ist aktuell installiert?
  • Ist das Hosting für Joomla 5 geeignet?
  • Sind alle Erweiterungen kompatibel?
  • Funktioniert das eingesetzte Template unter Joomla 5?
  • Gibt es individuelle Programmierungen?
  • Welche PHP-Version wird verwendet?
  • Sind ältere Plugins oder Komponenten im Einsatz?
  • Wurde Joomla oder eine Erweiterung direkt verändert?

Gerade bei Websites, die über mehrere Jahre gewachsen sind, können sich hier einige technische Barrieren verstecken.


Voraussetzung: Joomla 4.4

Zuerst Joomla 4 vollständig aktualisieren

Der direkte Upgrade-Pfad zu Joomla 5 setzt eine aktuelle Joomla-4.4.x-Installation voraus.

Läuft Ihre Website noch mit Joomla 4.0, 4.1, 4.2 oder 4.3, sollte zunächst innerhalb der Joomla-4-Reihe auf die aktuelle 4.4-Version aktualisiert werden. Die offizielle Joomla-Dokumentation empfiehlt ausdrücklich, vor dem Wechsel zu Joomla 5 zunächst Joomla 4.4.x zu verwenden.

Erst danach sollte das eigentliche Upgrade auf Joomla 5 vorbereitet werden.


Barriere 1: Die Serverumgebung

Joomla 5 stellt höhere technische Anforderungen

Eine Joomla-4-Website kann auf einer Serverkonfiguration funktionieren, die für Joomla 5 nicht mehr ausreichend ist.

Joomla 5 benötigt mindestens:

  • PHP 8.1
  • MySQL 8.0.13
  • MariaDB 10.4
  • alternativ PostgreSQL 12
  • einen aktuellen Webserver

Joomla empfiehlt für Joomla 5 inzwischen PHP 8.3.

Ist die Serverumgebung nicht kompatibel, kann Joomla das Upgrade unter Umständen gar nicht anbieten.

Das typische Problem

Eine ältere Website läuft beispielsweise noch mit einer alten PHP-Version.

Wird PHP einfach auf eine aktuelle Version umgestellt, können wiederum ältere Joomla-Erweiterungen oder individuelle PHP-Skripte Fehler erzeugen.

Deshalb sollten Joomla-Version, PHP-Version und Erweiterungen gemeinsam betrachtet werden.


Barriere 2: Joomla-Erweiterungen

Komponenten, Module und Plugins genau prüfen

Der häufigste Stolperstein beim Upgrade sind Erweiterungen von Drittanbietern.

Eine Erweiterung kann:

  • vollständig Joomla-5-kompatibel sein,
  • nur mit dem Joomla-Kompatibilitätsplugin funktionieren,
  • zunächst funktionieren und später Fehler verursachen,
  • oder die gesamte Website nach dem Update blockieren.

Genau auf diese unterschiedlichen Fälle weist auch die offizielle Joomla-Dokumentation hin.

Vor dem Upgrade sollte deshalb jede installierte Erweiterung überprüft werden.

Unsere Empfehlung

Erstellen Sie eine Liste aller:

Komponenten
Module
Plugins
Templates

und prüfen Sie für jede Erweiterung:

Wird sie noch benötigt?

Gibt es eine aktuelle Joomla-5-Version?

Wird die Erweiterung vom Entwickler noch gepflegt?

Gibt es eine alternative Erweiterung?

Nicht mehr benötigte Erweiterungen sollten möglichst vor dem Upgrade entfernt werden.


Barriere 3: Das Joomla-Template

Funktioniert das Design auch unter Joomla 5?

Ein Joomla-Update betrifft nicht nur das CMS.

Auch das eingesetzte Template muss Joomla 5 unterstützen.

Besonders bei älteren Websites können Probleme entstehen durch:

  • veraltete Template-Frameworks
  • Template-Overrides
  • ältere JavaScript-Bibliotheken
  • eigene PHP-Anpassungen
  • veraltete Framework-Versionen
  • nicht mehr unterstützte Template-Erweiterungen

Bei Websites mit YOOtheme, Gantry oder individuell entwickelten Templates sollte deshalb vorab geprüft werden, welche Version eingesetzt wird und ob diese Joomla 5 unterstützt.

Ein größeres Joomla-Upgrade kann gleichzeitig ein sinnvoller Zeitpunkt für einen Website-Relaunch sein.


Barriere 4: Individuelle Programmierungen

Eigener Code benötigt besondere Aufmerksamkeit

Individuelle Joomla-Erweiterungen oder Anpassungen können Funktionen verwenden, die unter Joomla 5 verändert oder als veraltet eingestuft wurden.

Typische Beispiele sind:

  • eigene Plugins
  • individuell entwickelte Komponenten
  • Template-Overrides
  • PHP-Anpassungen
  • Datenbankabfragen
  • eigene Module
  • Schnittstellen zu externen Systemen

Solche Anpassungen müssen vor oder während des Upgrades geprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.

Gerade hier zeigt sich, warum ein scheinbar einfaches Joomla-Update bei individuell erweiterten Websites deutlich komplexer werden kann.


Das Joomla Backward Compatibility Plugin

Eine Brücke zwischen Joomla 4 und Joomla 5

Joomla 5 enthält ein sogenanntes Backward Compatibility Plugin.

Dieses Plugin soll älteren Joomla-4-Erweiterungen helfen, auch unter Joomla 5 weiter zu funktionieren. Nach einem Upgrade von Joomla 4.4 auf Joomla 5 wird es automatisch aktiviert.

Das erleichtert den Übergang erheblich.

Allerdings sollte man daraus nicht schließen, dass jede alte Erweiterung automatisch dauerhaft Joomla-5-kompatibel ist.

Das Compatibility Plugin ist eher eine Übergangslösung.

Langfristig sollten Erweiterungen und individuelle Programmierungen auch ohne diese Kompatibilitätsschicht funktionieren. Joomla selbst betrachtet eine Erweiterung erst dann als vollständig kompatibel, wenn sie ohne das entsprechende Compatibility Plugin funktioniert.


Joomla 4 auf Joomla 5 upgraden

Schritt für Schritt

1. Vollständiges Backup erstellen

Vor jeder Änderung sollte eine vollständige Sicherung erstellt werden.

Dazu gehören:

  • Joomla-Dateien
  • Datenbank
  • Konfigurationsdateien
  • Bilder und Medien

Wichtig: Ein Backup ist nur dann wirklich hilfreich, wenn es sich auch wiederherstellen lässt.

Die Joomla-Dokumentation empfiehlt ausdrücklich, das Backup vor dem Upgrade zu testen.


2. Joomla 4 aktualisieren

Die Website zunächst auf die aktuelle Version der Joomla-4.4-Reihe bringen.

Danach erneut überprüfen, ob Frontend und Backend fehlerfrei funktionieren.


3. Hosting überprüfen

PHP-, Datenbank- und Serverversion kontrollieren.

Die entsprechenden Angaben finden Sie im Joomla-Backend unter:

System → Systeminformationen


4. Erweiterungen aktualisieren

Alle Komponenten, Plugins, Module und Templates auf die jeweils aktuelle kompatible Version aktualisieren.


5. Nicht kompatible Erweiterungen identifizieren

Nicht Joomla-5-kompatible Erweiterungen sollten:

  • aktualisiert,
  • ersetzt,
  • angepasst
  • oder entfernt

werden.


6. Template überprüfen

Template und eventuell vorhandene Overrides auf Joomla-5-Kompatibilität prüfen.


7. Testkopie erstellen

Bitte nicht zuerst auf der Live-Website testen

Bei einer geschäftlich genutzten Website empfehlen wir dringend, das Upgrade zunächst auf einer Kopie der Website durchzuführen.

Das kann eine:

  • Staging-Umgebung,
  • Subdomain,
  • Entwicklungsinstallation
  • oder lokale Kopie

sein.

Auch Joomla empfiehlt, größere Upgrades zunächst auf einer Kopie der produktiven Website zu testen.


8. Joomla Pre-Update Check durchführen

Vor dem Upgrade führt Joomla eine Vorabprüfung durch.

Dabei werden technische Voraussetzungen und die Kompatibilität installierter Erweiterungen überprüft.

Warnungen sollten nicht einfach ignoriert werden.

Gerade Hinweise auf unbekannte oder nicht kompatible Erweiterungen müssen vor dem eigentlichen Upgrade geklärt werden.


9. Upgrade auf Joomla 5 durchführen

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann der Joomla-Update-Kanal entsprechend eingestellt und das Upgrade durchgeführt werden.

Danach sollte die Website nicht sofort als fertig betrachtet werden.


Nach dem Joomla-Upgrade

Jetzt beginnt die eigentliche Prüfung

Nach erfolgreichem Update sollten sämtliche wichtigen Funktionen getestet werden.

Dazu gehören beispielsweise:

Frontend

  • Startseite
  • Navigation
  • Unterseiten
  • responsive Darstellung
  • Bilder
  • Formulare
  • Suchfunktion

Backend

  • Beiträge bearbeiten
  • Medienverwaltung
  • Menüs
  • Benutzerverwaltung
  • Komponenten
  • Module
  • Plugins

Technik

  • PHP-Fehler
  • JavaScript-Fehler
  • Datenbank
  • Cronjobs
  • Schnittstellen
  • E-Mail-Versand
  • Caching

SEO

  • URLs
  • Canonical-Tags
  • Meta-Daten
  • strukturierte Daten
  • Sitemap
  • robots.txt
  • Weiterleitungen

Gerade nach größeren CMS-Updates ist eine ausführliche Funktionskontrolle unverzichtbar.


Was tun, wenn das Upgrade fehlschlägt?

Nicht einfach Joomla downgraden

Ein Joomla-Downgrade wird offiziell nicht unterstützt.

Kommt es beim Upgrade zu größeren Problemen, ist der sichere Weg die Wiederherstellung des zuvor erstellten Backups.

Deshalb sind Backup und Testumgebung so wichtig.

Ein Upgrade direkt auf der produktiven Website ohne funktionierende Sicherung kann im schlechtesten Fall zu einem vollständigen Ausfall der Website führen.


Und was ist mit Joomla 6?

Wer aktuell noch Joomla 4 einsetzt und langfristig auf Joomla 6 wechseln möchte, sollte den Versionssprung nicht überspringen.

Der saubere Weg führt über:

Joomla 4.4 → Joomla 5 → Joomla 5.4 → Joomla 6

Auch beim Wechsel von Joomla 5.4 zu Joomla 6 müssen Erweiterungen und Serverumgebung erneut geprüft werden. Joomla 6 setzt unter anderem mindestens PHP 8.3 voraus.

Beim Übergang zu Joomla 6 spielen außerdem die Compatibility Plugins erneut eine wichtige Rolle: Das Joomla-5-Kompatibilitätsplugin muss vor dem Joomla-6-Upgrade deaktiviert und das Joomla-6-Kompatibilitätsplugin aktiviert sein.


Joomla-Upgrade: einfach oder kompliziert?

Das hängt von Ihrer Website ab

Bei einer aktuellen Joomla-Standardinstallation mit wenigen modernen Erweiterungen kann das Upgrade vergleichsweise unkompliziert sein.

Bei einer älteren oder individuell entwickelten Website können dagegen einige Barrieren auftreten.

Besonders kritisch sind:

Veraltete Erweiterungen
Nicht kompatible Templates
Alte PHP-Versionen
Individuelle Programmierungen
Template-Overrides
Nicht mehr gepflegte Komponenten
Server- und Datenbankanforderungen

Deshalb sollte ein Joomla-Upgrade nicht allein danach beurteilt werden, ob im Backend ein Button „Update installieren“ angezeigt wird.

Entscheidend ist, was nach dem Klick passiert.


Joomla 4 noch im Einsatz?

Wir prüfen, was für das Upgrade erforderlich ist

Ihre Website läuft noch unter Joomla 4 und Sie sind unsicher, ob ein Upgrade problemlos möglich ist?

pixel40 analysiert Ihre bestehende Joomla-Installation und prüft:

  • Joomla-Version
  • PHP- und Datenbankversion
  • Komponenten
  • Module und Plugins
  • Template
  • individuelle Anpassungen
  • Joomla-5-Kompatibilität
  • möglichen Upgrade-Pfad

Anschließend wissen Sie, welche Arbeiten tatsächlich erforderlich sind und ob sich das bestehende System direkt aktualisieren lässt oder eine umfangreichere Modernisierung sinnvoll ist.

Erst prüfen. Dann upgraden.

[ Joomla-Upgrade anfragen ]